Schweinschießen
Schweineschießen und Schweinevergnügen
Das Ausschießen von Preisen und insbesondere von Schweinefleischpreisen ist in vielen Schützenvereinen ein willkommenes Angebot für Vereinsmitglieder und teilweise auch Außenstehende. Die Teilnehmer verbinden den Reiz des Schießwettkampfes mit dem praktischen Erfolg, der verbunden ist mit einem schmackhaften Pfanneninhalt oder Brotaufstrich und einer geselligen Gemeinschaftsveranstaltung, auf der auch das Tanzbein geschwungen werden darf.
Auch in Garßen hat der Verein schon lange diese Lücke im Vereinsleben recht sinnvoll ausgefüllt. Diese Veranstaltung ist heute eine nicht mehr wegzudenkende Tradition - ein liebgewordenes Angebot im laufenden Schützenjahr - das Schweineschießen und Schweinevergnügen.
So wurde seit 1956 erstmals auch in Garßen ein Schweinekönig ausgeschossen. Neben der Schweinekönigswürde, die für ein Jahr errungen wird, gibt es für jeden Teilnehmer ein seinen schießsportlichen Leistungen entsprechenden Fleischpreis. Dieses wird nicht in irgendeinem Schlachterladen nach Bedarf angekauft, sondern aus Schweinehälften in Eigenarbeit für die Fleischpreise und für die herzustellende Hausmacherwurst zurechtgeschnitten.
Fleischzerlegung und Wurstherstellung wurden lange Jahre durch den Hausschlachter Gustav Joraschkewitz, danach vom Fleischermeister Armin Th. Marks mit vielen fleißigen Helfern durchgeführt. Heute steht uns dazu der Metzger Klaus Riemann mit seinem Betrieb zur Verfügung. Große Unterstützung erfährt er durch seine Ehefrau Hannegret, dem Schlachter Christian Ströh, Torsten Schrader und dem Koch Dirk Wesemann, die alle Vereinsmitglieder sind.
Das Ausschießen der Schweinepreise und der Kampf um die Schweinekönigswürde findet an drei Sonntagen und einem Samstag nachmittags im Februar eines jeden Jahres statt. Unter sachkundiger Leitung von Schützenmeister Thomas Langanki und seinem Team wird gemäß Ausschreibung um Platz und Sieg heiß gerungen.
Die Teilermaschine ist der unbestechliche Schiedsrichter des Auswerters, mit der auf hunderstel Millimeter genau der Abstand des Einschusses vom Zentrum technisch über einen Exzenter festgestellt wird. Im Zeitalter von Computer und Laptob werden die Vereinsmitglieder laufend über die genauen Teilerergebnisse sowie Platzierungen durch Aushang am „Schwarzen Brett" unterrichtet.
Das ganze Wettkampfgeschehen endet schließlich mit dem Schweinevergnügen am ersten Samstag im März im Landgasthaus „Zum Lindenhof". Dazu treffen das Metzgerteam, die Damengruppe, der Schafferrat und der Vereinswirt Hartmut Ensslen und sein Team hier während des Tages die letzten Vorbereitungen, damit am Abend die ca. 190 Gäste eine tolle Veranstaltung erleben. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden beginnt das Abendessen mit einer reichhaltigen Schlachteplatte und einer schmackhaften Brühe. Es folgt die Proklamation des neuen Schweinekönigs und die Ehrung der 12-besten Teiler, sowie die Fleischpreisverteilung. Der Schweinekönig erhält als Signum seiner Königswürde eine entsprechende Schweinekönigskette, eine Scheibe, die mit dem Motiv eine Schweines dem Anlass gerecht wird und dazu natürlich einen großen Schinken. Aber auch der schlechteste Schütze, der aber allerdings auch zwei Zehnen geschossen haben muss, kommt zu Ehren. Er ist der Schweineschwanzkönig. Nach Ende der Preisverteilung beginnt mit dem Ehrentanz des Schweinekönigs der abendliche Festball.
Die Stellung dieses traditionellen Preisschießens und dem damit verbundenem Festabend ist mit seinen begleitenden Arbeiten von erheblicher Bedeutung für das Vereinsleben. Zum einen wird hier das Engagement der Beteiligten gefordert, andererseits haben die Wettkampf-nachmittage und der Festball eine hohe gemeinschaftliche und gesellschaftsfördernde Wirkung. Man fühlt sich einander zugehörig.